Antike Unterwelt

Dezember 2017 / Verborgene Orte
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Antike Unterwelt

Dezember 2017 / Verborgene Orte 

Verborgene Kölner Orte (Teil 22): Spannende Geheimnisse aus 2000 Jahren Stadtgeschichte birgt ein römischer Abwasserkanal unterhalb des Praetoriums. Auf der Suche nach einem Dieb wurde das Relikt aus vergangener römischer Zeit eher zufällig entdeckt.

 

Als in der Kleinen Budengasse im Jahr 1830 aus dem Keller des Herrn Königs auf unerklärliche Weise immer wieder Kohle verschwand, offenbarte die Suche nach dem Dieb einen Blick zurück in die Zeit der Römer. Denn etwa neun Meter unterhalb des Straßenniveaus befand sich ein Teilstück eines antiken Abwasserkanals. Die Kohlen waren durch ein Loch im Boden des Kellers einfach in den Kanal gefallen und führten so zu dem Sensationsfund der „Cloacina Maxima“. Fast 200 Jahre später gehört ein Gang durch den Kanal, der einst die Abwässer des römischen Kölns in Richtung Rhein abführte, unbedingt zu einem Besuch im rund um die Überreste des römischen Statthalterpalastes, der beim Wiederaufbau des Spanischen Baus nach dem Zweiten Weltkrieg zutagekam. Voraussichtlich im Frühjahr 2018 wird der Zugang zur historischen Kanalisation für Besucher geschlossen – möglicherweise für immer, und so wird er demnächst zu einem weiteren „verborgenen Ort“ Kölns.

 
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Fakten zur römischen Abwasserleitung unter dem Praetorium

Länge: 140 Meter Höhe: zwischen 1,80 Meter und 2,50 Meter Breite: 1,20 Meter

In offener Bauweise vermutlich im frühen zweiten Jahrhundert nach Christus aus Opus Caementitium, also einer Art Beton aus Kalk und Sand, sowie Tuffsteinblöcken gebaut. Ein konstantes Gefälle von etwa einem Prozent leitete das Abwasser zunächst an den Stadtrand in einen von neun Hauptabwassersammlern und dann weiter bis in den Rhein.