In den Katakomben des »Technischen Rathauses«

September 2014 / Verborgene Orte
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In den Katakomben des »Technischen Rathauses«

September 2014 / Verborgene Orte 

  Verborgene Orte  

Kölner Orte, Teil 9: Im Zusammenhang mit der Lanxess-Arena wurde Ende der 1990er Jahre auch das Kölner Stadthaus – das „Technische Rathaus der Stadt Köln“ – errichtet, in dem ein Großteil der Verwaltung angesiedelt ist. Rund 3500 städtischen Mitarbeitern bieten die beiden 16-geschossigen Bürohochhauskomplexe einen Arbeitsplatz – inklusive aller Funktionen der Stadtverwaltung einschließlich Rechenzentrum, Kindergarten, Restaurant, Läden, Parkhochhaus, Straßentunnel, U-Bahn-Überbauung und Tiefgaragenebenen. Doch das Gebäude hat viele verworrene Ecken und Wege zu bieten, die Bürgern und Mitarbeitern verborgen bleiben.

 

So einiges ist zu finden auf den zirka 180 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, die das Technische Rathaus verschlingt – doch die Versorgungsstränge laufen durch die Keller und Katakomben. Lange Gänge führen dort hindurch, und immer wieder werden sie von einzelnen Räumen unterbrochen, die technische Anlagen beherbergen. Ohne die wäre das Haus nicht funktionsfähig. „Hier sind beispielsweise die Heizungsanlagen, die kompletten Stromkabellegungen, die Lüftungsanlage für das Henkelmännchen-Restaurant, Wassertanks für die Sprinkleranlage, Räumlichkeiten für die großen Notstromaggregate und jede Menge Archivräume – etwa 50 an der Zahl – untergebracht“, erklärt der frühere Chef der Kölner Gebäudewirtschaft und heutige Leiter des Ordnungsamts Engelbert Rummel.

Beeindruckend sind die großen Kabelstränge, die die Gänge durchziehen. „Diese zu unterputzen wäre völlig falsch“, sagt Rummel. Logisch: Ist einmal ein Kabel defekt und muss ausgetauscht werden – und das kann bei einem Gebäude dieser Größe durchaus vorkommen – dann wären zahlreiche Wände aufzustemmen. „So können wir das betreffende Kabel einfach herausziehen und neu verlegen“, so Rummel.  Wichtig ist das Notstromaggregat mit 2000 PS Leistung, das im Bedarfsfall mit Dieselbenzin betrieben wird. Ein Stromausfall im Stadthaus würde beinahe die gesamte Stadtverwaltung lahmlegen. „Also müssen wir sicherstellen, dass wir handlungsfähig bleiben“, stellt Engelbert Rummel klar. Deswegen stehen gleich zwei riesige Notstromaggregate in den Katakomben und warten auf ihren – hoffentlich nie eintreffenden – Einsatz. Aggregate dieser Größe werden normalerweise im Betrieb großer Tankerschiffe eingesetzt. „Ein voller Dieseltank hält rund 24 Stunden – er kann aber natürlich ständig nachgefüllt werden“, so Rummel.

Nicht ganz so versteckt, aber für die Bürger ebenfalls nicht zugänglich, ist die „Notruf- und Serviceleitstelle“, die ebenfalls im Technischen Rathaus untergebracht ist. Hier verrichten 14 Mitarbeiter um die Leiter Frank Schmitz und Thomas Klinkhammer ihren Dienst – immerhin ist die Leitstelle 24 Stunden rund um die Uhr besetzt. Heizungsdefekte, Rohrbrüche, nicht funktionierende Aufzüge, Einbruchalarme, Wetterschäden, Sturmwarnungen, ja sogar ausgefallene Lämpchen in Ampelanlagen – alle eingehenden Notrufmeldungen werden hier protokolliert und bearbeitet. Der große Vorteil: Die Leitstellenmitarbeiter haben Zugriff auf die Baupläne von über 1500 städtischen Gebäuden und sogar bei bestehenden Baustellen. „Wenn die Feuerwehr nach einem Wasserschaden in einer Schule die Hauptleitung sucht, können wir sie von hier aus genau an die richtige Stelle leiten“, berichtet Klinkhammer. Und im Notfall verfügen die Mitarbeiter über Zweitschlüssel der jeweiligen Gebäude – darunter Schulen, Kindergärten, Museen und andere städtische Gebäude. Eng vernetzt sind die Mitarbeiter mit der Polizei, der Feuerwehr, den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), dem Ordnungsamt, aber auch mit Lehrern, Hausmeistern und Haustechnikern, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

 
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