»Fastelovend fiere« – ohne Katerstimmung

Januar 2016 / Steuern
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»Fastelovend fiere« – ohne Katerstimmung

Januar 2016 / Steuern 

Top Magazin sprach mit dem Steuerexperten Thorsten U. Schmidt über die richtige Abrechnung von Betriebsveranstaltungen

 

Im Top Interview:
Thorsten U. Schmidt, Rechtsanwalt und Geschäftsführer Deltax Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft

Die fünfte Jahreszeit ist schon in vollem Gange und für Arbeitgeber gibt es eine gute Nachricht: Das alte Jahr ist rum und das neue hat Arbeitgebern wieder zwei ordentliche Freibeträge für Betriebsfeiern in Höhe von 110 Euro in den Schoß gelegt. Einer dieser steuerlichen Freibeträge dürfte vermutlich schon für die nächste Weihnachtsfeier verplant sein. Aber was macht man nur mit dem zweiten Freibetrag? Liebe Arbeitgeber, seien Sie kreativ und lassen Sie doch zum Jahresauftakt einfach mal eine ordentliche Karnevalsparty springen! Die Kosten hierfür können Sie grundsätzlich natürlich in voller Höhe von der Steuer absetzen. Zwar können Sie als Arbeitgeber keine Vorsteuerbeträge geltend machen, da Sie die Aufwendungen für den privaten Bedarf Ihres Personals beziehen, doch das sollte zu verschmerzen sein. Die Gesamtkosten sind dabei auf alle tatsächlich teilnehmenden Arbeitnehmer zu verteilen. Als geldwerte Vorteile sind den Arbeitnehmern alle externen Kosten zuzurechnen, wie beispielsweise Raummieten, Catering und Getränke, musikalische Untermalung und auch der Auftritt eines Künstlers oder einer Band. Kleine Geschenke können natürlich ebenfalls übergeben werden. Selbst die „Pappnas“ wird so zum absetzbaren Vergnügen.

Ob nun das Karnevalsfest oder die Pappnas: Die Vorteile aus einer Betriebsveranstaltung fließen den Arbeitnehmern leider immer als Bruttobetrag – also einschließlich Umsatzsteuer – zu. Doch wie eingangs erwähnt gibt es Freibeträge in Höhe von 110 Euro pro Arbeitnehmer für maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Ganz wichtig: Um diesen zu erhalten, müssen prinzipiell alle Mitarbeiter eingeladen werden und nicht nur ein ausgewählter Kreis. Dürfen diese noch ihre Angehörigen mitbringen, dann wird es etwas komplizierter. Denn die anteiligen Kosten müssen den Mitarbeitern in Begleitung direkt als geldwerter Vorteil zugerechnet werden. Bringt ein Angestellter also „sing Marie von zo Huss“ mit, dann entfällt auf ihn im Grunde der doppelte geldwerte Vorteil.

Wird der Freibetrag überschritten, ist dies zwar misslich –weil steuerpflichtig – aber unter Umständen nur halb so schlimm. Denn Sie als Arbeitgeber können diese Betriebsveranstaltung pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenfalls Kirchensteuer versteuern. Das ist wesentlich günstiger, als wenn Sie diesen geldwerten Vorteil bei Ihrem Arbeitnehmer durch die Gehaltsabrechnung laufen lassen. Denn er müsste dann diesen Vorteil mit seinem meistviel höheren individuellen Steuersatz versteuern. Darüber hinaus würden auch noch Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Die Ernüchterung folgt dann bei der nächsten Gehaltsabrechnung. Der Abzug von erhöhten Steuern und Abgaben vom ansonsten normalen Gehalt würde für den Arbeitnehmer quasi zum vorgezogenen Aschermittwoch. Bei der Pauschalierung entstehen dem Arbeitgeber im Vergleich dazu nur etwas unter 30 Prozent pauschale Lohnsteuern – und das war’s! Daher ist diese arbeitnehmerfreundliche Variante durchaus überlegenswert. Richtig geplant, kann man mit der fünften Jahreszeit das Jahr 2015 auch im Jahr 2016 noch einmal gebührend ausklingen lassen.

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Es gibt Freibeträge in Höhe von 110 Euro pro Arbeitnehmer für maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr.

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