Clevere Boni für Ihre Mitarbeiter

Dezember 2016 / Steuern
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Clevere Boni für Ihre Mitarbeiter

Dezember 2016 / Steuern 

Top Magazin sprach mit dem Steuerexperten Thorsten U. Schmidt über Motivationsmöglichkeiten von Arbeitgebern

 

Im Top Interview:
Thorsten U. Schmidt, Rechtsanwalt und Geschäftsführer Deltax Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft

Gutes Personal ist das A und O für den Unternehmenserfolg. Dabei ist das Finden engagierter Mitarbeiter mindestens genauso schwer, wie diese auch im Unternehmen zu halten. Gerade das Jahresende wird von Unternehmern gern genutzt, um sich bei den Mitarbeitern für deren Einsatz zu bedanken. Die obligatorische Weihnachtsfeier ist dabei aber nur eine Möglichkeit. Andere interessante Alternativen in Form von steuerfreien Zuwendungen kommen mindestens genauso gut an.

»Das Finden engagierter Mitarbeiter ist mindestens genauso schwer, wie diese auch im Unternehmen zu halten.«

Zuschuss zur Urlaubskasse

Ob die Fahrt in die Berge zum Wintersport oder der Flug auf die Balearen – reisen kostet Geld. Auch, wer im Urlaub zu Hause bleibt, gibt etwas mehr aus als im Alltag. Eine kleine und vor allem steuerfreie Finanzspritze für die Urlaubskasse ist daher gern gesehen. Neben eventuell gezahltem Urlaubsgeld darf der Arbeitgeber jedem Arbeitnehmer jährlich 156 Euro Erholungs- oder Urlaubsbeihilfe zahlen. Ist der Arbeitnehmer verheiratet, sind sogar für dessen Ehegatten weitere 104 Euro möglich. Jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, kann mit 52 Euro unterstützt werden. Die Erholungsbeihilfe kann an den Arbeitnehmer ohne Abzüge ausbezahlt werden. Für den Arbeitgeber fallen für die Beihilfe lediglich pauschale Lohnsteuerbeträge in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Auch Mini-Jobber sind davon nicht ausgenommen. So kann eine verheiratete Mini-Jobberin mit zwei Kindern im betreffenden Monat bis zu 814 Euro (450 Euro + 156 Euro + 104 Euro + 2 x 54 Euro) ausgezahlt bekommen, ohne dass dabei ihr Status als geringfügig Beschäftigte gefährdet wird. Der Arbeitnehmer muss die Zahlung nur in zeitlicher Nähe zum gewährten Urlaub leisten. Als Faustregel gilt ein Dreimonatszeitraum. Der Arbeitgeber sollte sich von seinem Arbeitnehmer schriftlich bestätigen lassen, dass die Erholungsbeihilfe für Erholungszwecke eingesetzt wurde und diesen Nachweis zu den Lohnunterlagen legen.

Warengutscheine bis zu 528 Euro jährlich

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern aber auch außerhalb der Urlaubszeit unter die Arme greifen, nämlich durch Warengutscheine. Sie sind als Sachbezug bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei. Warengutscheine, die bei Dritten eingelöst werden, sind steuerlich zwar zwingend in dem Monat zu berücksichtigen, in dem der Arbeitnehmer den Gutschein in Empfang nimmt, eine sofortige Einlösung ist jedoch nicht notwendig. Für den Arbeitnehmer hat das den Vorteil, dass er die Gutscheine sogar sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt für eine größere Anschaffung oder Dienstleistung nutzen kann. Das gilt auch für Tankgutscheine. Hier rechnet die Finanzverwaltung allerdings die gewährten Tankgutscheine auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitstätte an. Damit mindert sich in diesem Fall der Steuerspareffekt. Gutscheine, die in Bargeld eingetauscht werden können, sind keine Sachbezüge, sondern Barlohn und somit steuer- und sozialversicherungspflichtig. Werden in einem Monat neben einem 44-Euro-Gutschein weitere Sachbezüge gewährt, sind die kompletten Sachbezüge steuer- und sozialversicherungspflichtig.

 
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