Betriebliche Gesundheitsvorsorge – gesponsert vom Fiskus

September 2015 / Steuern
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Betriebliche Gesundheitsvorsorge – gesponsert vom Fiskus

September 2015 / Steuern 

TOP MAGAZIN sprach mit dem Steuerexperten Christian Johannes über Gesundheitsförderung in Unternehmen

 

Im TOP Interview:
Christian Johannes, Steuerberater im ETL ADVISION-Verbund aus Köln

Gesundheit schätzt man erst, wenn man sie verloren hat. Auch Arbeit kann krank machen, sei es durch gesundheitsgefährdende Bedingungen oder psychische Belastung. Doch nur gesunde Mitarbeiter machen ein Unternehmen leistungsfähiger. Daher ist aktive Gesundheitsförderung für jeden Arbeitgeber wichtig. Viele Maßnahmen, wie Massagen oder Rückentrainingsprogramme können sogar steuerlich gefördert werden, wenn sie im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Unternehmens liegen. Meist lässt sich jedoch nur schwer feststellen, ob das eigenbetriebliche Interesse überwiegt. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und für betriebliche Gesundheitsleistungen steuerliche Anreize geschaffen.

500 Euro für die Gesundheit sind steuerfrei

Leistungen, die den allgemeinen Gesundheitszustand des Arbeitnehmers verbessern oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen, sind jährlich bis maximal 500 Euro pro Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Gefördert werden auch Zuschüsse des Arbeitgebers für betriebsexterne Präventionsmaßnahmen. Die 500 Euro stellen dabei einen Freibetrag dar, das heißt ist die Maßnahme teurer als 500 Euro, ist nur der übersteigende Teil lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig und nicht der gesamte Betrag. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistungen beziehungsweise Zuschüsse zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden.

Gesundheitsleistungen, die durch eine Umwandlung des laufenden Gehalts finanziert werden, sind dagegen steuer- und sozialabgabenpflichtig. Zudem müssen die Leistungen im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen enthalten beziehungsweise mit diesen Leistungen vergleichbar sein. Schwerpunkte sind: Arbeitsbedingte körperliche Belastungen: Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparates Betriebsverpflegung: Gesundheitsgerechte Verpflegung am Arbeitsplatz Psychosoziale Belastungen (Stress): Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz, gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung Suchtmittelkonsum: Rauchfrei im Betrieb, null Promille am Arbeitsplatz

Tipp

Arbeitgeber können die gesundheitsfördernden Maßnahmen direkt im Unternehmen anbieten und selbst mit dem externen Dienstleister abrechnen Ebenso können sie ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zahlen. Allerdings muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber hierbei Nachweise vorlegen, damit die Verwendung der Mittel kontrolliert werden kann.

Auch Betreuungskosten können steuerfrei bezuschusst werden

Doch nicht nur ein gesunder Arbeitnehmer ist wichtig, sondern auch dessen Familie. Damit Familie und Beruf besser vereinbart werden, können Arbeitgeber ihre Angestellten seit dem 1. Januar 2015 unterstützen und bestimmte Leistungen steuerfrei gewähren. So darf der Arbeitgeber ein Dienstleistungsunternehmen beauftragen, das den Arbeitnehmer in persönlichen oder sozialen Angelegenheiten berät oder Betreuungsleistungen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige vermittelt.

Daneben dürfen in beruflichen Notfällen auch für die kurzfristige Betreuung von schulpflichtigen Kindern steuer- und sozialversicherungsfreie Zuschüsse gezahlt werden, maximal jedoch 600 Euro im Kalenderjahr und auch hier ausschließlich zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn. Die Betreuung kann nicht nur außerhalb der Wohnung stattfinden, sondern auch im privaten Haushalt des Arbeitnehmers. Begünstigt wird sowohl die Betreuung durch ein Kindermädchen, aber auch durch die Großeltern, andere Verwandte, Nachbarn oder Bekannte.

 
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Aktive Gesundheitsförderung ist für jeden Arbeitgeber wichtig.

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