Museum Ludwig feiert sich selbst: »Wir nennen es Ludwig – das Museum wird 40!«

Oktober 2016 / Kultur
«

Museum Ludwig feiert sich selbst:
»Wir nennen es Ludwig – das Museum wird 40!«

Oktober 2016 / Kultur 

Als der Kölner Jurist Josef Haubrich der 1946 seine Sammlung von Gemälden expressionistischer Künstler und anderer Vertreter der Klassischen Moderne – darunter Marc Chagall und Otto Dix – schenkte, hatte er für den Grundstock eines Museums gesorgt. Heute, 70 Jahre später, ist das Museum Ludwig eines der wichtigsten für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart in Deutschland. Und weil es sich insbesondere durch die eigene Geschichte, seine Sammlung und die Menschen, die diese geprägt haben, definiert und gleichzeitig abgrenzt, konzipierten Museumsdirektor Yilmaz Dziewior und das Kuratorische Team des Hauses zum 40-jährigen Bestehen eine große Ausstellung, deren Thema das Museum Ludwig selbst ist. Darin setzen sich 25 internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlerkollektive aus der ganzen Welt mit der Kölner Institution auseinander und stellen in subjektiver Perspektive dar, welche Bedeutung das Museum Ludwig für sie hat. Das Ergebnis ist die Gruppenausstellung „Wir nennen es Ludwig“. Sie zeichnet ein kaleidoskopisches Bild des Museums und reflektiert, was das Museum war, ist und sein kann. Im Mittelpunkt der Schau steht der Kunstschatz von Peter und Irene Ludwig, die der Stadt Köln vor 40 Jahren ihre einzigartige Sammlung von Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre mit zahlreichen Meisterwerken amerikanischer Pop Art schenkten. Auch zahlreiche Arbeiten der Russischen Avantgarde aus der Zeit zwischen 1905 und 1935 gelangten durch die Schenkung ins frisch gegründete Museum. Während die feministische Künstlerinnengruppe „Guerilla Girls“ – macht seit 1985 mit ihren Aktionen darauf aufmerksam, dass Werke von Frauen in Museen und Galerien unterrepräsentiert sind – ein Banner an der Fassade angebracht haben, das die Problematik privater Kunstsammlungen verdeutlicht und in einem Video klar macht, dass es viel zu verbessern gibt, hat Künstler Ahmet Öğüt im Eingangsbereich der Ausstellung einen Haufen Schrott inszeniert, so als hätten Revolutionäre alles, was auf den Straßen der Stadt nicht niet- und nagelfest ist, ins Museum geschleift. Autowrack, Reifen, Steine, Zäune und Gitter türmen sich unter dem Titel „Bakuni’s Barricade“ zum Barrikadenkampf auf – mittendrin ein Portrait von Sammler Peter Ludwig aus der künstlerischen Feder von Andy Warhol.

Die Kunst ist frei: Kritik ist erlaubt

„Das internationale Künstlergremium ist aus dem Geist der Ludwig-Sammlung entstanden. Die rund um den Globus stammenden Künstler kommentieren die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Situationen, machen aber ganz bewusst vor kritischen Aspekten hinsichtlich des Namensgebers nicht Halt“, sagt Museumsdirektor Yilmaz Dziewior. So präsentiert beispielsweise Hans Haacke mit „Der Pralinenmeister“ das Ergebnis seiner kritischen Recherchen über die Familien- und Unternehmensgeschichte  des Schokoladenfabrikanten- und Kunstsammlerpaares Peter und Irene Ludwig. 

 

Die Ausstellung „Wir nennen es Ludwig – Das Museum wird 40!“ ist bis 8. Januar 2017 zu sehen. Teilnehmende Künstler: Georges Adéagbo, Ai Weiwei, Ei Arakawa & Michel Auder, Minerva Cuevas, Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Meschac Gaba, Guerilla Girls, Hans Haacke, Diango Hernández, Candida Höfer, Bodys Isek Kingelez, Kuehn Malvezzi, Christian Philipp Müller, Marcel Odenbach, Ahmet Ögüt, Claes Oldenburg, Pratchaya Phinthong, Alexandra Pirici & Manuel Pelmuş, Gerhard Richter, Avery Singer, Jürgen Stollhans, Rosemarie Trockel, Villa Design Group, Christopher Williams.

Weitere Veranstaltungen:

Dienstag, 25. Oktober, 19 Uhr Weitblick. Die Sammler Peter und Irene Ludwig Dr. Brigitte Franzen, Peter und Irene Ludwig Stiftung |Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe „KunstBewusst“ der Freunde des Wallraff-Richartz-Museum und des Museums Ludwig e. V. sowie der Fritz Thyssen Stiftung Ort: Kino im Museum Ludwig

Jeden Samstag und Sonntag

von 11.30 Uhr bis 17.30 Uhr

Offenes Atelier im Reflection Room von Meschac Gaba Besucher haben die Möglichkeit, in der hauseigenen Werkstatt selbst kreativ zu werden.

| Ort: In der Aus-stellung „Wir nennen es Ludwig – Das Museum wird 40!"

 

 
Zurück zur Übersicht

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz

50667 Köln

Tel. (02 21) 221-2 61 65

info@museum-ludwig.de