Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Auf dem Berlich

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Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Auf dem Berlich

Ursprünglich soll diese Straße, die in der Kölner Innenstadt liegt, ihren Namen von einer dort ansässigen Schweinetrift haben.

Für einen solchen landwirtschaftlichen Betrieb, der eine enorme Geruchsbelastung mit sich brachte, eignete sich die dortige gering besiedelte Lage perfekt. Allerdings erhielt der Berlich im 16. Jahrhundert eine andere Bedeutung: 1527 beschloss der Stadtrat unter Einhaltung genauer Betriebsvorschriften die Einrichtung eines Stadtbordells, des Gemeine-Frauen-Hauses „Off beerlich hinder Sankt Clarenkloster“.

Er regelte die Öffnungszeiten, stellte einen Bordellwirt ein und sprach ein ausdrückliches Verbot für Verheiratete, Kleriker und Nichtchristen aus. 1591 ordnete der Rat dann wieder die Schließung des Bordells an und verwies die Dirnen sowie den Bordellwirt aus der Stadt. Später hat sich der Charakter der Straße völlig verändert und wurde zu einer guten Wohngegend, in der Juristen, Ärzte und Kaufleute ein bürgerliches Zuhause fanden.

 
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Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

 

 

Fotonachweis:
Thomas Reimer - Fotolia.com

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