Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Kämmergasse

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Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Kämmergasse

Im südlichen Teil der Kölner Altstadt liegt die Kämmergasse.

Ihren Namen hat sie durch die Wollkämmer erhalten, die dort im Mittelalter ansässig waren. Ihre Aufgabe war es, die Wolle zum Verspinnen vorzubereiten, damit diese anschließend von den Webern weiterverarbeitet werden konnte. Außer den Wollkämmern hatten damals die Kammmacher eine eigene Gasse, das Kammergässchen östlich des Doms. Dieses hatte früher einen speziellen Ruf, denn es war weit über die Grenzen Kölns als Bordellstraße bekannt.

Dass sich dort allerlei Dinge abspielten, die in der höheren Gesellschaft verpönt waren, lag wahrscheinlich überdies am benachbarten Schlachthaus. Denn dieses überließ den Kammmachern die Hornabfälle, aus denen sie ihre Kämme fertigen konnten. Durch den üblen Geruch des verbrannten Horns bei der Kammherstellung mied die gehobene  Gesellschaft die Gasse weitgehend. So konnte dort ungestört alles geschehen, was in „angenehmeren Straßen“ nicht erwünscht war.

 
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Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

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