Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … der Waidmarkt

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Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … der Waidmarkt

Der Waidmarkt, früher auch „Weitmart“ oder „Weydtmarkt“ geschrieben, liegt in der südlichen Kölner Innenstadt und verdankt seinen Namen dem Färberhandel, der dort früher betrieben wurde.

Der Waid, auch genannt Färberwaid oder Deutsche Indigo, ist eine Färberpflanze, die ursprünglich aus Asien stammt. Sie wurde im Jülicher Land angebaut und auf dem Markt für die Blaufärber vom Blaubach gehandelt. Das Kölner Blau (auch Indigoblau), das aus der Pflanze gewonnen wurde, genoss einen internationalen Ruf, und man brachte bergisches Leinenzeug nach Köln, damit es waidblau gefärbt wurde.

Daraus schnitt man die Bauernkittel, wie sie auch der kölsche Tünnes trug. Über den Waidmarkt führte die Römerstraße nach Bonn. Wahrscheinlich wurde dort, unmittelbar vor dem römischen Südtor, bereits in der Antike Markt gehalten. Die im 11. Jahrhundert errichtete Romanische Kirche St. Georg war nach dem Zweiten Weltkrieg das einzige Gebäude am Waidmarkt, das nicht komplett zerstört wurde und konnte mit viel Aufwand wiederhergestellt werden.

 
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Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

 

 

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Thomas Reimer - Fotolia.com

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