Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Schildergasse

«

Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Schildergasse

Sie ist eine der bekanntesten Straßen in Köln und ebenso eine der drei meist frequentierten Einkaufsmeilen in Deutschland: die Schildergasse.

Ihr Ursprung fällt in die Römerzeit, denn sie entwickelte sich aus der alten West-Ost-Römerstraße der Stadt „Claudia Colonia Ara Agrippinensium“ (CCAA). Die römische Nord-Süd-Achse „Cardo maximus“ (die heutige „Hohe Straße“) und die Ost-West-Verbindung „Decumanus maximus“ (die Schildergasse) bildeten damals den Zentralpunkt der römischen Stadt. Der Name der Straße leitet sich ab von dem mittelhochdeutschen Begriff „schiltaere“, der Berufsbezeichnung für die damals in der Straße arbeitenden Schild- und Wappenmaler. Das Anfertigen der damals gebräuchlichen Schutzschilder und deren Bemalung war besonders vom 12. bis zum 16. Jahrhundert in der Schildergasse ein blühendes Gewerbe. Um die Berufs- und Gewerbebezeichnungen stritt man ebenso wie um die Benennung der Straße, die so viele Schild- und Wappenmaler beschäftigte wie sonst keine andere Straße in Köln. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts nannte man sie „versus scildirgazin“ oder „versus scildirgassen“. Ab 1797 hieß die Straße „In der Schildergasse“, bis man sich auf den heutigen Namen „Schildergasse“ einigte.

 
Zurück zur Übersicht

Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

 

 

Fotonachweis:
Thomas Reimer - Fotolia.com