Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Rosenstraße

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Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Rosenstraße

Die Rosenstraße liegt zwischen der Severin- und der Bayenstraße in der Kölner Altstadt nahe dem Rhein

Sie ist eine der Straßen Kölns, die ihre Benennung erhielt, um zu verschleiern, was sich dort wirklich zutrug. Früher nannte man die Straße nämlich „Suwgaz“, also Säugasse. Man trieb die Schweine aus ihren Ställen an der Severinstraße durch die Gasse hindurch zur Weide auf den Rheinauen. Der fürchterliche Gestank und der Dreck, den die Schweine mit sich brachten, führten dazu, dass die gehobenere Gesellschaft die Straße mit rümpfender Nase mied. Man wollte sich schließlich nicht in solchen Gassen sehen lassen.

Dies wiederum förderte den Umstand, dass sich dort nachts seltsame Gestalten herumtrieben, verwickelt in allerlei Machenschaften und somit nahmen Unannehmlichkeiten ihren Lauf. Um dem ein Ende zu setzen, gestattete der Rat 1590, dass die Säugasse durch Tore, die das Stadtwappen trugen, verschlossen werden konnte. Nachdem das geschehen war und die Situation sich besserte, wollte man der Straße auch nach außen hin einen besseren Klang verleihen und änderte den Namen ganz einfach in die Rosenstraße um. Heutzutage hat man in der Straße das ungewöhnliche Treiben von damals schon längst vergessen, denn von Schweinen, üblem Geruch und dubiosen Gestalten ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

 
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Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

 

 

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Thomas Reimer - Fotolia.com