Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Elisenstraße

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Wenn Straßennamen Geschichten erzählen … Elisenstraße

Angelegt wurde die Elisenstraße im Jahr 1846 zwischen Appellhofplatz und Auf dem Berlich.

Sie war zu Ehren von Elisabeth von Bayern (1801-73), der Tochter des bayrischen Königs Max Joseph und der Ehefrau des preußischen Königs Friedrich Wilhelm dem Vierten, zur Elisenstraße getauft worden. Im krassen Gegensatz zu dem eher romantischen Straßennamen steht die wohl bekannteste Adresse an der Elisenstraße: Unter der Nummer 23–25 steht das „El-De-Haus“. 1935 als Waren- und Geschäftshaus vom Bauherrn und Besitzer Leopold Dahmen erbaut, wurde es von den Nationalsozialisten zunächst gemietet und zur Zentrale für die Gestapo in Köln umgebaut. Im Keller befand sich bis in die letzten Kriegstage hinein der gefürchtete Folterkeller der Gestapo, wo bis wenige Tage vor Kriegsende die Nazihäscher ihr schreckliches Werk durchführten. Seit 1978 ist das Gebäude dank einer Bürgerinitiative öffentlich zugänglich und dient als Gedenkstätte an die NS-Zeit. Als Dokumentationszentrum ist es mit Büroräumen, einer Fachbibliothek sowie Medien- und Arbeitszimmern ausgestattet. Aufgrund zahlreicher Veranstaltungen finden jährlich über 77 000 Besucher den Weg in die wichtige Gedenkstätte.

 
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Buchtipp: Spannend und informativ: „Kölner Straßennamen erzählen“ (Bachem, ISBN 3-7616-1815-8)

 

 

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Thomas Reimer - Fotolia.com

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