Lebensretter auf Kölns Straßen

November 2017 / Köln
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Lebensretter auf Kölns Straßen

November 2017 / Köln 

Lebensretter auf Kölns Straßen

Über 40 000 Mal im Jahr rummst es auf Kölner Straßen. Fast immer kommt es dabei zu Verletzten. Dann ist der Notarztdienst der Stadt – bestehend aus Feuerwehrleuten, Rettungsassistenten und Notärzten – zuerst am Einsatzort. Neben Ersthilfe werden die ausgerückten Kräfte so manches Mal zu Lebensrettern. Mit weniger als 20 Verkehrstoten im Jahr 2016 belegt die Statistik, wie wertvoll dieser Rettungsdienst ist. Noch in den frühen 1950er-Jahren sahen die Zahlen ganz anders aus. Damals offenbarte eine Studie der Uni Münster, dass von 13 000 Verkehrstoten in Westdeutschland rund die Hälfte eine Überlebenschance gehabt hätte, wäre ärztliche Hilfe vor Ort gewesen. Von diesem Ergebnis erschüttert, starteten zahlreiche Orte in Deutschland die Entwicklung von Notfallarztsystemen. Auch in Köln standen bald funktionsfähige Konzepte sowie die Finanzierungspläne fest, sodass im Juni 1957 der Notarztdienst der Stadt Köln mit einem fachgerecht modifizierten Ford FK 2500, vier Feuerwehleuten und Ärzten der Uni-Klinik an den Start ging. Die Bevölkerung stand der Etablierung des neuen Prinzips zunächst skeptisch gegenüber, denn bis dato war es üblich, dass Unfallpatienten ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert wurden. Eine Versorgung vor Ort erschien den Menschen als ungewöhnlich. So rückte der Notarztwagen in den Anfangszeiten durchschnittlich ein Mal pro Tag aus. Bald wurde der Radius vergrößert und schon Ende 1957 verzeichnete das Fahrzeug rund 200 Einsätze. Rund ein halbes Jahr nach seiner Einrichtung wurde folglich der Bedarf für einen zusätzlichen, im Rechtsrheinischen stationierten Notarztwagen festgestellt.

„Rendezvous“ zwischen Notarzt und Rettungswagen

Zum zehnjährigen Bestehen des Dienstes setzte im Jahr 1967 eine Reform ein, die sich bis heute deutschlandweit durchgesetzt hat: Das sogenannte „Rendezvous-System“ trennte Notarzt und Rettungswagen voneinander. Das heißt, Arzt und Krankenwagen treffen sich erst am Unfallort. Nach der Behandlung, sofern der Notarzt den Patienten nicht begleiten muss, steht er sofort wieder für andere Notrufe zur Verfügung. Die zunehmenden technischen und medizinischen Möglichkeiten des Rettungsdienstes erforderten zusätzliche Qualifikationen. So wurde 1977 die Ausbildung zum Rettungssanitäter auch in Köln eingeführt und 1989 die Rettungsdienstschule bei der Berufsfeuerwehr eingerichtet. Jeder Kölner Feuerwehrmann wird seitdem zugleich zum Rettungsassistenten ausgebildet. Mittlerweile – 60 Jahre nach Gründung des Notarztdienstes– stellen neun Notarztfahrzeuge die unmittelbare Versorgung von Unfallpatienten im ganzen Stadtgebiet sicher. Zusätzlich stehen der Rettungshubschrauber „Christoph 3“ und der Intensivtransporthubschrauber „Christoph Rheinland“ während des Tages für die Region bereit. Personell erhält die Berufsfeuerwehr Unterstützung von den Hilfsorganisationen ASB Köln e. V., Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst.

 
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