Starke Frauen – starke Stimmen

Juli 2017 / Köln
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Starke Frauen – starke Stimmen

Juli 2017 / Köln 
Cosima Viola (28)

... spielt die Rolle der „Jack“ in der ARD-Serie „Lindenstraße“

Googelt man „starke Frauen“, so findet man vor allem Bilder von Frauen, die in irgendeiner Form männliche Attribute oder Qualitäten aufweisen. Dabei macht für mich eine starke Frau in erster Linie aus, dass sie Mut zur Schwäche hat. Frauen, die wissen, was sie wollen, die eine eigene Meinung vertreten, aber auch ihre Verletzbarkeit zeigen, bilden für mich das Image einer starken Frau. Souveränität, Beständigkeit, Unabhängigkeit, aber auch ein Bewusstsein für die eigenen Grenzen und Schwächen gehören für mich ebenfalls in dieses Bild. Ich glaube, beide Geschlechter tragen Qualitäten in sich, die der andere ebenso besitzt. Ich denke, das Geheimnis einer ausgeglichenen und stabilen Gemeinschaft liegt darin, zusammen zu arbeiten und voneinander zu lernen. Die Welt wäre womöglich besser dran, wenn hier und da ein bisschen mehr Östrogen und weniger Testosteron regieren würde, Männer mehr Unterstützung und Ansehen für ihre „weichen“ Seiten bekämen und Frauen endlich gleichberechtigt wären in allen Belangen. Köln braucht nicht nur starke Frauen, sondern emotional gebildete MENSCHEN, die mit dem nötigen Know-How und dem Herzen am richtigen Fleck unserer Stadt weiterhin ein tolerantes, liebendes und buntes Gesicht geben.

 

Claudia Carpendale

Erfolgreiche Unternehmerin, Designerin und Stylecoach

Ich möchte hier eigentlich kein Plädoyer für starke Frauen halten, denn Frauen sind stark und stehen Männern in nichts nach. Wir machen Karriere, managen unser Leben und die Familie. Im Gegensatz zum Mann sind wir emotionaler, flexibler und treffen Entscheidungen bedachter. Frauen können auch im Hintergrund agieren, ohne schwach zu sein. Aber der wichtigste Vorteil ist unsere Weiblichkeit in ALL EN Facetten! Aber genau hier liegt das Problem im Vergleich zwischen Mann und Frau. Frauen vergleichen sich oft mit der Stärke von Männern, ohne sich darauf zu fokussieren, was uns unterscheidet und dass das unsere Stärke ausmacht! In meinen Workshops coache ich starke, erfolgreiche Frauen, aber trotzdem spüre ich den mangelnden Mut und die Unsicherheit, gerade im Beruf, ihre Weiblichkeit in die Waagschale zu werfen aus Angst, darauf reduziert zu werden. Stärke definiert sich aber nicht nur darüber, sondern ist Ausdruck des gesamten „Frau seins“, man muss einfach authentisch sein und von innen heraus strahlen. Wenn wir all unsere Seiten leben, sind wir unschlagbar stark, denn erst alle Eigenschaften machen PERSONALITY und CHARISMA aus. Wenn wir dann noch zu unseren Schwächen stehen, sind wir auf ganzer Linie stark. Erst wenn beide Geschlechter nicht mehr gegeneinander arbeiten, sondern voneinander profitieren, entsteht großes Potential. Jede Stadt braucht starke Menschen mit Visionen.

 

Liz Baffoe (48)

Deutsche Schauspielerin mit ghanaischen Wurzeln

Grundsätzlich gilt: Alle Frauen sind stark! Das ist keine Auszeichnung, sondern ein Merkmal, was mit jeder Frau verbunden ist und das in jeder Frau innewohnt! Nicht umsonst gibt es den schönen Satz „Das starke Geschlecht“. Im Vergleich zum Mann kann man mit einem Augenzwinkern und auch durchaus ernst gemeint, sagen, dass Frauen sich immer noch mehrheitlich um das Unternehmen „Familie“ kümmern, sie stärken dem Partner den Rücken und sind vielleicht emotionaler bei Entscheidungen, aber auch weitsichtiger und ich denke auch konsequenter. Zudem sind Frauen auch so „stark“, ihre eigenen beruflichen Vorstellungen umzusetzen, eigene Wege zu gehen und an sich und ihre Ideen zu glauben – auch wenn es mal schwierig ist, lassen sich Frauen nicht so leicht von ihrem Ziel abbringen. Gerade im Hinblick auf Köln stellt sich die Frage, ob Frauen hier überhaupt „Wichtigkeit“ haben, ja nicht wirklich, obwohl mit karnevalistischem Seitenblick: Beim Kölner Dreigestirn ist die Jungfrau ein Mann! Spaß beiseite: Wir haben eine weibliche OB Henriette Reker und sie ist oberste Dienstherrin aller Bediensteten in Köln und – das Wichtigste – Interessenvertreterin aller Kölner Bürger. Und an dieser Stelle, auch über Kölns Grenzen hinweg bekannt,

 

Alexandra Wester (23)

Leichtathletin und deutsche Hallenmeisterin im Weitsprung

Darf die das? Auf amüsante Weise hat uns Chris Tall mit der Problematik der allgemeinen Sichtweise auf Randgruppen konfrontiert: „Darf er das?“ Und wenn man länger darüber nachdenkt, kommen so einige Fragen zu unserer Gesellschaftsentwicklung auf. Auch bezüglich der Emanzipation der Frau. Meine heutige Frage: Darf die das? Eine junge Frau konfrontiert einen Mann mittleren Alters aufgrund seines forschen Tons. Darf die das? Eine Frau postet regelmäßig provozierende, konfliktvolle Statements auf Twitter. Darf die das? Eine Frau beschließt, niemals zu heiraten, da wahre Liebe nicht mit einer Hochzeit besiegelt werden muss. Darf die denn sowas? Darf eine Frau verdeutlichen, dass ihr etwas nicht passt, ohne eine „Zicke“ zu sein? Darf sie deutlich und selbstbewusst konfrontieren, ohne dass sie „schreit“? Darf sie ihre Meinung standkräftig und offen preisgeben, ohne „süß“ zu sein? Darf ich als junge Athletin mit meinem Trainer auf einer Augenhöhe arbeiten, ohne eine „schwierige“ Athletin zu sein? Darf man denn überhaupt eine starke Frau sein? Ja, du darfst. Und nicht nur das, du MUSST. Eine starke Frau ist eine freie Frau. Eine starke Frau ist eine glückliche Frau. Glücklich mit all ihren Entscheidungen, da diese selbstständig getroffen wurden. Und mit jeder erfolgreichen Entscheidung, wird eine starke Frau noch stärker. Warum sonst werden uns die hohen Positionen noch verwehrt? Warum sonst befinden wir uns noch so massig im Dienstleistungssektor, anstatt in den industriellen Sektor vorzustoßen? Warum sonst brauchen wir noch eine Frauenquote? Weil heutzutage noch zu oft eine starke Frau einen Mann verunsichert. Ein unsicherer Mann meidet eine starke Frau. Er wählt eine von zwei Fluchtwegen: Er vermännlicht sie oder er sexualisiert sie. Das Problem: Er kennt das nicht. Er hat Angst vor dem Unbekannten. Deshalb muss jede Frau eine starke Frau sein. Gewöhnt unsere Welt an unser wahres Ich. Nicht das untergrabene Ich. Jede Frau ist eine starke Frau und kann diese Seite zeigen. Darf sie das? Die Antwort ist: Eine Frau darf, was eine Frau will. 

 
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