Mit Charme, kölschem Hätz und ganz viel Freundschaft

Januar 2016 / Karneval
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Mit Charme, kölschem Hätz und ganz viel Freundschaft

Januar 2016 / Karneval 

Das Dreigestirn der Session 2016 hat Kölle im Blot und überzeugt mit Spitzbubencharme

 

Echte Fründe stonn zesamme … esu wie dat Dreigestirn der Session 2016. Denn Seine Tollität Prinz Thomas II. (Thomas Elster), Bauer Anton (Ulrich Anton Maslak) und Jungfrau Johanna (Jörg Hertzner) sind schon seit Kindertagen eng befreundet. Pünktlich zum 110. Geburtstag ihrer Heimatgesellschaft, der Kölner Prinzen-Garde 1906 e. V., erfüllt sich für das Trio ein Herzenswunsch – und auch Präsident Dino Massi freut sich sehr über seine persönliche Dreigestirns-Premiere. „In dieser Turbo-Session steht den Jecken ein Trifolium vor, das mit Herz und Seele im Brauchtum verankert ist. Da ist gute Laune garantiert. Die Zeit bis Aschermittwoch ist eigentlich viel zu kurz für die drei“, sagt Massi. Daher geben Prinz, Bauer und Jungfrau so richtig Gas, um ihre Session in vollen Zügen zu genießen.

Drei aus dem Veedel

Vorneweg steht – natürlich – Prinz Thomas II. Der Ur-Südstädter liebt und lebt sein Veedel und hier vor allem den ursprünglichen und gemeinschaftlichen Fasteleer. Schon als Kind begeisterten den Spross der „Bäckerei Hütten“-Gründer und der „Seifenhaus Berg“-Damen Kostüme, Zoch und jeckes Treiben. So ist der 52-jährige Immobilienverwalter, der heute vor den Toren der Stadt in Hürth lebt, mit seiner Frau Sabine – übrigens ein „Vringsveedeler Mädche“ – gerne im Kneipen- und Straßenkarneval in Alt- und Südstadt unterwegs. Auch bei der Prinzen-Garde, wo Elster als Oberstleutnant des Corps à la Suite aktiv ist, sowie als Ehrensenator der KG Stromlose Ader ist der kölsche Jung mit Leidenschaft dabei. Nicht weniger leidenschaftlich ist er, wenn es um seine Hobbys geht: Fußball, Tennis und Golf. Eine innige Bindung hegt der Prinz für seine Muttersproch Kölsch. „Ich habe mir vorgenommen, bei den Terminen konsequent Mundart ze schwade. Ich bin gespannt, wie gut ich das durchhalte, wenn mich schon mein eigener Präsident nicht versteht, der ahle Römer“, sagt Elster mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf den italienisch stämmigen Garde-Präsidenten Dino Massi.

Ein Boor mit Stammbaum

Beste Rückendeckung erhält Seine Tollität von Bauer Anton, Ulrich Anton Maslak. Bereits seit ihrer Schulzeit sind die „großen Lausbuben“ befreundet. Neben der Verbundenheit zur Südstadt, wo der Broadcast-Technik-Experte Maslak mit Ehefrau Bettina und deren Sohn Robert nach wie vor lebt, verbindet die stolzen Mählsäck die Liebe zum Fasteleer. Der zukünftige Boor hat sogar in Uniform und an Weiberfastnacht geheiratet. Nicht minder stolz trägt der 53-Jährige, der eigentlich Uli gerufen wird, in seiner Rolle im Trifolium den Namen seines 2007 verstorbenen Vaters: Anton. „Ich glaube, er schaut vum Himmelpöözje erav und freut sich mit uns allen über die Ehre, das Dreigestirn darstellen zu dürfen“, so Bauer Anton. Wenn der staatse Kääl nicht gerade karnevalistisch mit der Prinzen-Garde sowie bei der Kölnischen KG 1945 unterwegs ist, verbringt der Medienexperte seine Freizeit gerne auf Hockey-, Tennis-, oder Golfplätzen sowie mit der Lektüre von Geschichtsbüchern.

Die Jungfrau von Mallorca

Am liebsten aber verbringt er seine Freizeit mit Familie und Freunden, zu denen seit Kindertagen auch Jörg Hertzner alias Jungfrau Johanna gehört. Mit ihm ist erstmals ein Mallorquiner Teil des Dreigestirns. Zur Erklärung: Hertzner ist und bleibt seiner Heimatstadt treu verbunden, doch sein beruflicher Traum führte den gelernten Koch und Kommunikationsfachwirt im Jahr 1999 nach Mallorca. Dort kauften er und seine Frau Nicole, mit der er eine Tochter hat, eine Finca, die die beiden mit viel Herzblut nach und nach in ein hübsches Urlaubsdomizil verwandelten. „Da im Winter keine Feriengäste kommen, nutzt die Familie diese Zeit regelmäßig für Besuche am Rhein. Wir haben noch keine Karnevals-Session ausgelassen“, lacht Hertzner. Zwischen jeckem Treiben, Finca-Gästen und Familienalltag entspannt der 53-jährige Motorsport- und Oldtimer-Fan vor allem bei Golf und Tennis sowie in seiner ursprünglichen Tätigkeit am Herd. Darauf wird er während seines Aufenthalts in der Hofburg verzichten müssen. Dann nämlich ist der leidenschaftliche Gastgeber mit seinen zwei ältesten Freunden Tag für Tag auf den Bühnen, in den Sälen und in den karitativen Einrichtungen der Stadt unterwegs. 


www.koelnerkarneval.de

Stets an der Seite des Kölner Dreigestirns ist die Prinzen- Equipe.

Diese wird traditionell von der Prinzen-Garde gestellt, was in dieser Session bei einem „Mählsäck-Trifolium“ ein sehr familiäres Miteinander verspricht. Anführer des Schmölzchens ist Equipe-Chef Manfred Block. Unter seiner Ägide wird die etwa 15-köpfige Abordnung zusammengestellt und organisiert, die Prinz, Bauer und Jungfrau zu allen Auftritten begleitet. Darüber hinaus kommt Prinzenführer Rüdiger Schlott zum Einsatz, wenn es um organisatorische Fragen und Terminabsprachen geht. „Gerade in einer derart kurzen Session wie in diesem Jahr sind bei den rund 400 Auftritten des Dreigestirns perfektes Timing und Pünktlichkeit maßgeblich. Zugleich muss Zeit bleiben für persönliche Begegnungen, Gespräche und Momente des Innehaltens. Equipe und Dreigestirn müssen Hand in Hand arbeiten. Da sich aber alle Beteiligten seit Jahren kennen, funktioniert das ausgesprochen gut“, so Schlott. Damit Seine Tollität, Seine Deftigkeit und Ihre Lieblichkeit die Highspeed-Session gut überstehen, stehen ihnen zudem persönliche Adjutanten zur Seite. So kümmert sich Marcus Heller von der Prinzen-Garde um das Wohl von Prinz Thomas II., während Volker Marx und Karl-Theo Franken von der Ehrengarde für Jungfrau und Bauer zuständig sind. Die Hoffrisöre Klaus Fischer und Thomas Eifler sorgen schließlich dafür, dass Ornate, Haare und Kopfbedeckungen stets adrett und ordentlich aussehen.

 
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