Damit der Dom uns bleibt

Mai 2017 / Interview
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Damit der Dom uns bleibt

Mai 2017 / Interview 

 

Das Ziel ist gesteckt: 17 500 Mitglieder wünscht sich Präsident Michael H. G. Hoffmann bis Ende des Jahres für seinen Zentral-Dombau-Verein (ZDV) zu Köln von 1842 – derzeit sind es 15 000 weltweit. Dann hätte der 175. Geburtstag des Vereins gewissermaßen ein krönendes würdiges Finale. Und das alles, „damit der Dom uns bleibt“ – so lautet der Slogan, den Hoffmann der Bürgerinitiative einst gegeben hat. Seit 2004 bildet er die Führungsspitze des Vereins, dessen einziges Ziel es ist, so viel Geld wie möglich für den Erhalt des Kölner Doms zu sammeln. Bei seinem Amtsantritt gab es knapp 9500 Mitglieder – „ich habe lediglich eine Excel-Datei mit Adressen und rund 10 000 handgeschriebene Karteikarten vorgefunden“, erinnert sich Hoffmann. Innerhalb von zwei Jahren modernisierte er die Mitgliederverwaltung und vereinfachte die Abläufe – er entwickelte ein Logo sowie einen Slogan, also gewissermaßen die Identität des Vereins. Und er steigerte die Mitgliederzahlen. „Pro Jahr sorgen wir für rund vier Millionen Euro an Geldern für die Dombauhütte – das sind rund 60 Prozent aller Kosten, die für den Erhalt unseres wundervollen Doms nötig sind“, sagt der ehemalige Banker stolz. Durch über 100 Patenschaften am Michaelportal kamen 2015 zusätzliche 725 000 Euro zusammen. Mitglied im ZDV werden kann übrigens jeder, der den Kölner Dom liebt – und das bereits ab 20 Euro Jahresbeitrag. Nach oben ist der Spendenfreudigkeit keine Grenze gesetzt.

Der Dom gehört sich selbst

Ohne den Zentral-Dombau-Verein wäre das Kölner Wahrzeichen nicht das, was es heute ist. „Gäbe es unseren Verein nicht, wäre das für den Dom eine mittlere Katastrophe“, ist der 1947 in Hildesheim geborene Hoffmann sicher. Was geschieht, wenn sich keiner um den Dom kümmert, „das haben wir über 300 Jahre lang zwischen 1520 und 1840 gesehen, als sich keiner verantwortlich fühlte“. Denn im Grundbuch ist als Eigentümer verzeichnet: der „Hohe Dom zu Köln“. Oder anders gesagt: Der Dom gehört sich selbst.

„Unser Verein ist eine überkonfessionelle, überparteiliche und unabhängige Bürgerinitiative, deren Mitglieder von tiefer Emotion getragen werden. Religiös oder katholisch muss keiner sein, der den Dom unterstützen möchte“, sagt Hoffmann, der sich als 13. ZDV-Präsident im nunmehr 13. Jahr seiner Amtstätigkeit befindet. „Die Zahl 13 ist für mich also eine Glückszahl“, lacht er.

Heimat, Ehrenamt und Leidenschaft

„Der Dom ist für mich Heimat, Ehrenamt und eine Leidenschaft, die keine Leiden schafft, sondern nur Freude – deswegen müsste es eigentlich ‚Freudenschaft‘ heißen“, philosophiert der 69-Jährige verschmitzt, der sein Ehrenamt als „das schönste Ehrenamt von Köln“ bezeichnet. Der Dom sei nicht einfach eine Kathedrale – „er ist Brauchtum und Wahrzeichen, eigentlich ist er ein Bürger-Dom. Es ist jedes Mal faszinierend zu erleben, wie der Dom – egal von wo man kommt – die Stadt überragt, und zu wissen: Jetzt bist du Zuhause.“ Engagiert ist Michael Hoffmann an zahlreichen Stellen und Institutionen in der Domstadt. Er ist Wirtschaftsbotschafter der Stadt Köln, Gründungsmitglied der Deutsch-Niederländischen Gesellschaft, aktiv im Kuratorium der Philharmonie – „ich bin stets interessiert an den Vorgängen in dieser wunderbaren Stadt“. Als Freund des Kölnischen Brauchtums hat er überdies in der Ehrengarde eine karnevalistische Heimat gefunden – die Liebe zum kölschen Fastelovend hat er sogar mit einem seiner Amtsvorgänger gemein. Denn der erste Präsident des Dombau-Vereins war Heinrich von Wittgenstein, der im Jahr 1823 das „Festkomitee des Kölner Karnevals“ aus der Taufe gehoben hatte.

                         »Ich übe das schönste Ehrenamt von Köln aus.«

 

Patenschaften zu einem Stück Kölner Dom

Neben dem Werben um weitere Mitglieder sieht Michael Hoffmann künftig Patenschaften für größere Dom-Objekte als Möglichkeit, zusätzliche Gelder für den Erhalt des Doms zu generieren. Ob ein Steinengel in 75 Metern Höhe oder ein Wasserspeier oder ein Portal – eine Patenschaft zu einem Stück Kölner Dom ist immer etwas Emotionales. Zudem gebe es die Möglichkeit, den Kölner Dom in seinem Testament zu bedenken. Denn viele Menschen wollen das, was ihnen im Leben wichtig ist, auch über den Tod hinaus fördern. Viel Motivation zieht der ehemalige Banker daraus, etwas bewirken zu können, das andere begeistert. „Wer für den Dom sammelt, der kann eigentlich nichts falsch machen“, lacht er. Und so richtet er einen Aufruf an alle Kölner und Dom-Freunde: „Werdet Mitglied! Ab 20 Euro pro Jahr seid ihr dabei!“

 

 

 

»Die Patenschaft zu einem Stück Kölner Dom ist immer etwas Emotionales.«

 
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Unter der Ägide von Michael Hoffmann entstand das Logo des Zentral-Dombau-Vereins: der Dom mit Gerüst. Das Gerüst symbolisiert den ZDV. Der roten Teil der Türme – die gab es 1842 noch nicht – wurden letztlich mit erheblichen Mitteln des ZDV finanziert. Aber die Türme sind ohne den ZDV in Gefahr, dort müssen große Sanierungsarbeiten finanziert werden. Dazu gehört die Wortmarke „… damit der Dom uns bleibt“. Alle Bestandteile zusammen ergeben das Logo des Vereins. Jubiläumskonzert

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