Zentral-Dombau- Verein zu Köln feiert 175-jähriges Bestehen  

April 2017 / Historie
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Zentral-Dombau- Verein zu Köln feiert 175-jähriges Bestehen
 

April 2017 / Historie 

Kölner Bürger retteten den Dom

Wer als Reisender ins Köln des 19. Jahrhunderts kam, der staunte nicht schlecht, denn statt einer imposanten Kathedrale war das Wahrzeichen der Handelsmetropole eine ziemlich unfertige Baustelle. Zu jenem Zeitpunkt war es bereits 300 Jahre her, dass die  Arbeiten an dem im gotischen Stil geplanten Gotteshaus mehr oder weniger zum Erliegen gekommen waren. Der Hauptgrund dafür war schlichtweg … Geldmangel. Hatten einst vor allem Pilger, die wegen der Reliquien der Heiligen Drei Könige an den Rhein kamen, Geld eingebracht, ließen die Reformation Martin Luthers sowie die Truppen Napoleons die Pilgerströme abreißen. So stand gar zur Debatte, den Dom, dessen Errichtung bereits im Jahr 1248 begonnen wurde, einfach abzureißen. Verfall und Zerstörung hatten ihre Spuren hinterlassen. Doch mit dem Abzug der französischen Besatzer im Januar 1814, die den Bau als Stall und Lagerhalle genutzt hatten, wurden Stimmen laut, die einen Weiterbau der Kathedrale forderten. Überdies beherbergte das Gebäude bereits seit 1804 wieder den wertvollen Dreikönigenschrein. Es sollte allerdings noch einige Jahre dauern bis mehrere angesehene Kölner Bürger – darunter Sibylle Mertens-Schaaffhausen, Sulpiz Boisserée, Joseph Görres, Jean Marie Farina und August Reichensperger – eine Eingabe an den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. richteten und um Erlaubnis baten, einen Verein zur Förderung des Dombaus zu gründen.

600 Jahre nach Baubeginn ging es endlich weiter

Im Frühling 1842 – also vor genau 175 Jahren – nahm der Zentral- Dombau-Verein zu Köln (ZDV) unter dem ersten Präsidenten einrich von Wittgenstein schließlich seine Arbeit auf. Als nichtehrenamtlicher Finanzverwalter wurde Jacob Josef Nelles berufen. Neben den gewählten Mitgliedern des Vorstandes sehen die Vereinsstatuten zudem bis heute geborene Mitglieder vor – den amtierenden Erzbischof von Köln, den amtierenden Kölner Oberbürgermeister, den amtierenden Kölner Dombaumeister und den amtierenden Kölner Dompropst. Mit über 140 teils ausländischen Hilfsvereinen an seiner Seite, der Unterstützung des preußischen Königshauses und tausenden namhaften Mitgliedern gelang es dem ZDV, das Gotteshaus bis zum Jahr 1880 fertigzustellen und endlich seiner finalen Bestimmung zu übergeben. Ein cleverer Schachzug zur Finanzierung des Großprojekts war die Einrichtung der sogenannten Dombaulotterie. Trotz widriger Umstände fand sie als „Prämienkollekte“ erstmals 1865 statt und war ein voller Erfolg. Insgesamt stammten etwa Dreiviertel des Geldes, das der Dombauverein seinerzeit bereitstellte, aus dieser Lotterie. So konnte binnen kürzester Zeit das Projekt Dombau abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten betrugen rund 6,6 Millionen Taler – das sind heute umgerechnet über eine Milliarde Euro. Der preußische Staat stellte davon 2,6 Millionen Taler bereit, der Dombauverein rund vier Millionen.

Erhalt und Restauration sind heute Kernaufgaben des Vereins.

Doch mit der Fertigstellung der „Hohen Domkirche Sankt Petrus“ waren die Tätigkeiten des ZDV nicht beendet, denn den Mitgliedern lag nun daran, das Bauwerk in all seiner Pracht zu erhalten. Schon in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts belegte ein Gutachten des damaligen Dombaumeisters Bernhard Hertel, dass der empfindliche Sandstein des Doms allein durch die Witte-rung erheblich Schaden nähme. Die Bomben der Weltkriege taten zudem ihr Übriges. Seither haben Restaurierung und Erhalt der athedrale satte 200 Millionen Euro verschlungen. Der Anteil

des Dombauvereins beträgt dabei etwa 60 Prozent.

Seit 1996 ist der Kölner Dom als Meisterwerk gotischer Baukunst in der Liste der UNESCO-Welterbestätten verzeichnet und gilt als meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Das Gotteshaus sowohl in seiner Funktion als auch als architektonisches und kulturelles Denkmal zu erhalten, haben sich die nunmehr über 15 000 Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins zur leidenschaftlichen Aufgabe gemacht. So bemüht sich die einstige Bürgerinitiative auch in Zukunft darum, neue Mitglieder zu gewinnen sowie das Interesse am Verein und seinem Ziel insgesamt zu steigern. Schließlich soll der Dom als Wahrzeichen Kölns auch zukünftig Bestand haben.

 

 
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Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842

Komödienstraße 6–8 | 50667 Köln

Telefon: (02 21) 13 53 00

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