Gesundheit ins rechte Licht rücken

Dezember 2015 / Gesundheit
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Gesundheit ins rechte Licht rücken

Dezember 2015 / Gesundheit 

Der Winterblues erwischt früher oder später jeden. Dann sinkt die gute Laune, Trägheit macht sich breit und von Tatendrang ist nicht viel zu spüren. Woher es kommt, dass ausgerechnet in der ohnehin kalten, trüben und grauen Jahreszeit auch das Gemüt scheinbar in Winterstarre verfällt? „Dem Körper fehlt schlicht und einfach das Tageslicht“, erklärt der weit über Köln hinaus bekannte und anerkannte Lichtfachmann Heinrich Remagen.

Doch was genau macht „das rechte Licht“ aus? „Das natürliche Licht der Sonne deckt den zwischen Ultraviolett und Infrarot liegenden, für das menschliche Auge wahrnehmbaren Teil elektromagnetischer Strahlung ab“, erklärt Remagen. Dabei bringt das Licht nicht nur Helligkeit und somit die Voraussetzung für menschliches Sehvermögen mit sich: „Wie im grünen Blatt werden auch im Sonnenkind Mensch durch das Licht verschiedene chemische Prozesse in Gang gesetzt.“ So regt die UV-B-Strahlung die Produktion von Vitamin D an, das Knochen und Muskeln stärkt.

„Schon nach einer Viertelstunde in der mittäglichen Sommersonne produzieren die Hautzellen genug Vitamin D für den Tag. Um die gleiche Menge mit der Nahrung aufzunehmen, müsste man etwa 400 Gramm Aal essen, oder rund drei Kilo Steinpilze oder satte fünf Kilo Eier – und das jeden Tag“, so Remagen. Zudem steuert das Licht den Tagesrhythmus, denn es synchronisiert die Außenzeit mit der Innenzeit: „Aufwachen, Aktivität und Müdigkeit werden an den Tagesverlauf angepasst.

Im Winter wird es früher dunkel, der Mensch wird früher müde“, so Re-magen. Künstliches Licht könne da einiges durcheinander bringen, erklärt der Experte, der bundesweit regelmäßig Seminare und Vorträge zum Thema Licht und Gesundheit abhält. Bei modernen Leuchtmitteln wie Neonröhren und LED-Lichtern überwiegt – meist aufgrund der hohen Effizienz bei geringerem Energieverbrauch – der Anteil an kurzwelligem blauem Licht. „Das hat einen entscheidenden Nachteil, denn blaues Licht hemmt die Produktion des Müdigkeitshormons Melatonin.

Wer also den ganzen Tag bei der Arbeit in künstlichem, blau-lastigem Licht verbringt, wird am Abend nicht richtig müde, schläft schlecht und ist am nächsten Morgen unausgeruht.“ Auch bei Fernseher, Computer und Handy sei die Hintergrundbeleuchtung stets im blauen Bereich des Lichtspektrums, so der Beleuchtungsfachmann weiter. „Deswegen ist es gerade am Abend weniger gesund, lange vor dem Bildschirm zu sitzen“, sagt Remagen. Überdies strengt das blaue Licht die Sehnerven mit der Zeit an, im schlimmsten Fall bis zur Degeneration, also einer Schädigung der Netzhaut.

Remagens Tipp

„Moderne Halogenleuchten sind mit ihrer Strahlung nahe dran am Tageslicht. Sie sorgen für die nötige Helligkeit, ohne durch zu hohe Blauanteile zu belasten.“ Überdies empfehlen sich sogenannte „Blue Light Protect Brillen“. Die leichte Gelbtönung neutralisiert den Blauanteil im Licht, ohne die Sehschärfe zu beeinträchtigen. Doch das blaue Licht hat auch positive Effekte. „Zwar wird Melatonin gehemmt, Serotonin als Wohlfühl-Hormon hingegen wird durch kurzwelliges, helles Licht vermehrt produziert“, wie der Lichtgesundheits-Experte weiß. Nicht selten werden spezielle Tageslicht-Lampen mit einer hohen Lux-Zahl, also einer hohen Beleuchtungsstärke, daher in der Therapierung saisonal bedingter Depressionen eingesetzt. „Wer also gesund und bewusst leben will, sollte nicht nur auf seine Ernährung achten oder regelmäßig Sport treiben. Licht ist ebenso ein unverzichtbarer Faktor für Gesundheit, Aktivität und das eigene Wohlbefinden

 
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