Charme des Verfalls

März 2014 / Fotoessay
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Charme des Verfalls

März 2014 / Fotoessay 

Ehemalige Industriebauten im Geländedreieck zwischen Deutz- Mülheimer-Straße und Auenweg

Fotografiert von Christoph Seelbach

Von Deutz ist die Motorisierung der Welt ausgegangen – diese Aussage ist keineswegs vermessen, denn die Bedeutung der Mitte des 19. Jahrhunderts von Nicolaus August Otto und Eugen Langen gegründeten Motorenfabrik für die Industriegeschichte ist hinreichend gewürdigt worden. Heute ist das Geländedreieck zwischen Deutz-Mülheimer- Straße und Auenweg geprägt vom Charme verfallener Industriebauten. So ist die vorhandene Bautengruppe aus der Zeit um 1900 in der heutigen Form noch immer ein monumentales Denkmal des Motorenbaus. Historisch bedeutsam ist darin das von Bruno Möhring für die Kunst- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1902 entworfene Ausstellungsgebäude, die so genannte „Möhring-Halle“.

Nach Ende der Ausstellung wurde sie zerlegt – ein Teil wurde umgesetzt auf das Werksgelände in Deutz und diente später als Teil der Gießerei, der andere wurde verschifft nach Mexico-City, wo er heute auf dem Universitätsgelände als Naturkundemuseum dient. In Eigentümerfunktion ist unter anderem die „NRW Urban GmbH & Co. KG“ für das ehemalige Gießereigelände zuständig – und sie hat einiges vor: Es soll künftig eine gemischte Nutzung aus Gewerbe, Wohnen und Grünanlagen entstehen. Eine offene Werkstatt mit Teams von Stadtplanern, Architekten, Grundstückseigentümern und Kommunalpolitikern hat Ideen entwickelt, die Anfang 2014 im Spanischen Bau des Rathaus ausgestellt und für die Bürger einzusehen waren. Es tut sich was in „Mülheim-Süd“.

 
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