Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Prof. Dr. Walter Bungard, Präsident des ASV Köln

September 2015 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Prof. Dr. Walter Bungard, Präsident des ASV Köln

September 2015 / Das letzte Wort 

Zukunftsprognosen sind grundsätzlich mit Skepsis zu behandeln, weil sie oft auf falschen Annahmen beruhen oder Wünsche und Ängste widerspiegeln. Es gibt aber auch seriöse Analysen, die die zukünftige Entwicklung auf der Basis vorhandener Daten zuverlässig bestimmen können. Berücksichtigen die Entscheidungskräfte daraus erkennbare Trends, können sie mit voraussehbaren Problemen besser und verantwortungsvoller umgehen.

So wissen wir seit Jahren, dass auf dem Arbeitsmarkt ein drastischer Mangel an qualifizierten Facharbeitern zu erwarten ist, der unsere Wirtschaft gefährdet. Das bedeutet für die verbliebenen Arbeitnehmer, dass sie sich ihren Arbeitgeber nach eigenen Präferenzen aussuchen können.

Geld spielt dabei natürlich eine große Rolle, ist aber nicht alles. Immer wichtiger wird das Image eines Unternehmens: Welche gesellschaftliche Verantwortung übernimmt die Firma? Welche Möglichkeiten bietet sie, Berufs- und Familienleben zu vereinbaren (Work-Life-Balance)? Fachkräfte suchen eine Organisation, mit der sie sich identifizieren können, für die sie sich gerne engagieren.

Die sogenannte „Commitment-Forschung“ befasst sich mit ebendiesen Aspekten. Sie zeigt, dass die Einflussmöglichkeiten der Unternehmen limitiert sind, weil neben dem Arbeitsplatz der Standort eine entscheidende Rolle spielt. Eine IT-Firma kann hoch qualifizierte Informatiker nicht mehr in ein Dorf in den Schwarzwald locken. Sie muss neben einem attraktiven Arbeitsumfeld auch einen attraktiven Wohnort bieten. 

Was macht also die Attraktivität eines Standorts beziehungsweise einer Stadt aus? Studien zufolge fällt eine wichtige Bedeutung dem regionalen Sport zu: Gibt es Erstliga-Fußball in der Nähe? Sind Eishockey, Basketball, Handball, Leichtathletik und andere Sportarten erstklassig? Existieren genügend Sportvereine, in denen man selbst aktiv sein kann? Diese Aspekte beeinflussen Image und Attraktivität einer Stadt. An dieser Stelle ist die Einflussnahme der Unternehmen stark limitiert. Hier muss regionale Politik den Weg bereiten. Investitionen in den Sport sind kein Selbstzweck, sondern eine strategische Maßnahme zur zukünftigen Absicherung eines Standorts.

Hat die „Sportstadt Köln“, wie sie sich gerne selbst tituliert, dies begriffen? In Anbetracht der Relation der Ausgaben für Kultur im Vergleich zum Sport sowie der prozentualen Anteile der Ausgaben im Haushalt für den Sportbereich im Vergleich zu anderen Städten ist Verbesserungspotenzial durchaus erkennbar. Schöne Grüße an die Stadt Köln: Ein kurzer Blick in die Ergebnisse der Commitment-Forschung könnte nicht schaden. Das ist zu diesem Thema …

... mein letztes Wort.

 
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Ohne Sport keine Zukunft!

 

Bildnachweis:
jock+scott / photocase.de

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