Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Prof. Dr. Michael Bernecker, Geschäftsführer Deutsches Institut für Marketing

November 2014 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Prof. Dr. Michael Bernecker, Geschäftsführer Deutsches Institut für Marketing

November 2014 / Das letzte Wort 

Der Innovationsstandort Deutschland stagniert. Das kann doch nicht sein! Wir Deutschen sind aufgrund unserer Innovationskraft und unserer technischen, führenden Entwicklungen eine der wohlhabendsten und entwickelsten Nationen der Welt geworden. Das ist aber lange her, zurzeit scheint Deutschland den Rückwärtsgang eingelegt zu haben. Jedes größere Infrastrukturprojekt stößt auf klagende „Wutbürger“, die Anzahl der Vorschriften, Policies und Compliance-Regeln wächst kontinuierlich. Sogenannte Beauftragte (Brandschutz, Gleichstellung, Integration, Frauen …) halten und blockieren Entwicklungen mit dem Ziel des Bestandsschutzes. Die Vergangenheit zu sichern und zu zementieren scheint zurzeit wichtiger zu sein, als neue Wege zu gehen und mit einem überschaubaren Lebensrisiko auch einmal innovativ neue Entwicklungen anzustoßen und zu begleiten.

Herzlich willkommen in der Alten- und Seniorenrepublik. Jeder, der einmal versucht hat, in seinem Unternehmen neue Wege zu gehen, neue Märkte anzugehen, mit neuen Produkten und  Geschäftsmodellen die Zukunft zu gestalten, hat sicherlich erlebt, womit er es zu tun hat: Bedenkenträger, Bremser und Besitzstandsbewahrer versuchen, die sinnvollen Veränderungen zu verhindern, weil sie aus ihrer Bequemlichkeitszone gedrängt werden. „Bewahren statt gestalten“ scheint an der Tagesordnung zu sein. Innovation und Zukunftsentwicklung gehören zur DNA unseres Landes und unserer Wirtschaft. „Geht nicht, gib es nicht“ war jahrzehntelang das Kredo der Wirtschaft. Davon ist landauf, landab kaum noch etwas zu sehen. Auch die Digitale Revolution geht an den meisten Branchen immer noch vorbei. Der deutsche Schuhhandel bejammert Zalando, die Taxigewerkschaft die App Uber, anstatt von diesen Geschäftsmodellen zu lernen und sich selbst zu ändern. Investitionen in neue, digitale Geschäftsmodelle finden kaum statt und gleichzeitig wachsen die Investitionen in Betongold. In jedem zweiten Gespräch hört man noch: „Unsere Kunden benutzen das Internet nicht“, „Social Media ist gefährlich“ und „der neumodische Kram ist sowieso unseriös“. Die Bundesregierung möchte digitales Neuland betreten, ohne dieses zu kennen, und EU Kommissar Oettinger ist im Jahr 2014 stolz darauf, dass er es schafft, in seinem iPhone einen Kalendereintrag anzulegen. Digitale Steinzeit. Es wird wieder Zeit, innovativ zu sein und die digitale Revolution anzugehen.

Unser Wohlstand hängt davon ab, ansonsten wird der nächste wirtschaftliche Umbruch ohne uns stattfinden. Dafür aber mit Brandschutzbeauftragten. Die Bude brennt bereits! Statt jeden einzelnen Misserfolg von Unternehmen zu feiern und in den Medien platt zu treten, sollten wir alle als Gestalter der Zukunft auftreten. Mehr Mut zu Fortschritt und mehr Investitionen in Zukunftstechnologien und -branchen sind notwendig. Das Wichtigste dabei ist: Wir alle können das. Als Unternehmer kann ich nur sagen: „Unternehmer kommt von unternehmen! Man muss es nur tun! Es wird Zeit!“ Das ist zu diesem Thema …

... mein letztes Wort.

 
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Stillstand ist Rückschritt – Deutschland verschläft die Zukunft!

 

Bildnachweis:
jock+scott / photocase.de