Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Rainer H. Schillings, Verleger TOP MAGAZIN Köln

Juni 2014 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Rainer H. Schillings, Verleger TOP MAGAZIN Köln

Juni 2014 / Das letzte Wort 

Die Fußball-WM in Brasilien hat uns – natürlich – während der Produktionsphase des TOP MAGAZIN Köln auch sehr beschäftigt. Nun gehöre ich nicht zu den vielen Millionen Bundestrainern – und ich denke, ich habe zu wenig Ahnung von Fußball, um mich zum Spiel unserer deutschen Nationalelf kompetent zu äußern (zum Zeitpunkt dieser Zeilen war  Deutschland gerade ins Viertelfinale „gerutscht“). Ob es am Ende für unser Team tatsächlich zum WM-Titel gereicht hat, spielt für meine Gedanken aber auch gar keine Rolle: Jedenfalls bin ich ein regelmäßiger Zuschauer der Spiele unserer Nationalelf – und ich bin begeisterter „Rudelgucker“.

Deshalb ärgerte mich ein Beitrag, der während der WM durch die sozialen Netzwerke geisterte. Der Autor kam darin zu dem Schluss: „Je länger ein ausländischer Freund oder Bekannter in Deutschland lebt, desto weniger wünscht er bei einer WM oder EM unserer Elf Gutes.“ Er begründete es damit, dass wir Deutsche in unserer Abneigung gegen die Fans anderer Länderteams unerbittlich sind: „Rivalität gehört dazu – aber wir übertreiben. Wir müssen Menschen aus anderen Nationen unbedingt mitteilen, wie sehr wir die Niederlagen ihrer Teams genießen.“

Und er resümierte: In England oder Italien würden die Fans mehr Neutralität einfließen lassen und die Leistungen gegnerischer Mannschaften sachlicher bewerten. Beim Lesen dieser Zeilen wurde mir eines deutlich: Der Autor war wohl noch nie in Köln beim „Rudelgucken“… Meine Erfahrungen sind komplett gegensätzlich. Natürlich freuen sich Anhänger einer anderen Mannschaft, wenn diese ein Tor erzielt oder gewinnt – so, wie wir uns auch freuen. Und sie ärgern sich, wenn es nicht so läuft – wie wir auch… Aber ich habe hier in Köln Spiele – zum Beispiel gegen die Türkei oder andere – inmitten „gegnerischer“ Fans erlebt, wo diese am Ende nicht jubeln konnten, und trotzdem haben sie die Leistung der Gegner, der „Deutschen“, gewürdigt.

Das krasse Gegenteil habe ich im Ausland, zum Beispiel in England, erlebt: Wenn Deutschland vorne lag, sah ich Arme nach oben gehen zum „H-Gruß“ und hörte Kommentare von „deutschen Panzern“ … Selbst die Medien verhalten sich dort kaum anders: So war in der englischen Presse nach dem deutschen 4:0-Sieg gegen Portugal in der Vorrunde ebenfalls von diesen „deutschen Panzern“ die Rede … Ich empfehle dem Autor in Zukunft, seine Umgebung beim Fußballschauen besser zu wählen … Komm ins Rheinland, komm nach Köln, Du „Weltmeister“!  Das ist zu diesem Thema …

... mein letztes Wort.

 
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Komm ins Rheinland ...

 

Bildnachweis:
jock+scott / photocase.de