Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Jörg Zajonc, Geschäftsführer RTL West GmbH

März 2014 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe Jörg Zajonc, Geschäftsführer RTL West GmbH

März 2014 / Das letzte Wort 

Köln soll grüner werden. Zumindest wenn es nach den Grünen geht. Nach Veggie Day und Rauchverbot also back to the roots. Saubere Luft nicht nur in Kneipen. Auch die Domstadt soll durchatmen. Autos raus aus Kölle. Weniger Wagen, bessere Luft. Da kann doch keiner was dagegen haben. Doch! Ich! Jeden Morgen bin ich unterwegs. Auf den maroden Straßen dieser Stadt, die ich so liebe. Also die Stadt, nicht die Rumpelpisten, die kölnphemistisch Straßen genannt werden. Aber Colonia Claudia Ara Agrippinensium macht es mir nicht leicht. Mein Weg zur Arbeit führt über die Aachener Straße. Von West nach Ost. In Weiden vor dem Einkaufscenter ist Schluss mit lustig.

Acht Ampeln auf 200 Metern. Busspuren, Vorfahrt für die KVB, Fahrradfahrer als Rambos mit Helm. Dazu Fußgänger, die ostentativ lässig über die Ampel schlendern – bei Rot natürlich. Wer braucht da noch die Grünen? Und das ist nur der Anfang. 18 Kilometer weiter, fast eine Stunde später. Ich bin da, bei RTL. Über die Mülheimer Brücke dauert's genau so lang, über die Severinsbrücke müssen wir nicht reden. Laune mies, dicke Luft im Büro. Das wollen die Grünen jetzt ändern. Unsere Luft soll besser werden, also die in der Stadt. Weniger Autos, Tempo 30 für alle und Straßen ohne Regeln, dafür offen für jedermann. Fußgänger, Autos, Busse, Radler und was sonst noch rollt und zuckelt. Shared Space. Geteilter Raume. Jeder nimmt Rücksicht auf jeden. Klingt doch toll – und ganz modern.

Aber eigentlich haben wir das doch schon jetzt. Nur eben ohne Rücksicht. Aber die wird eh überschätzt. Der frühlingsgrüne Plan der giftgrünen Ökopartei zum Straßenverkehr ist ein Witz. Allerdings ohne Pointe. Ich kenne einige gute grüne Politiker in Köln. Keiner, der hier selbst unterwegs ist, findet den Plan toll. Köln ist Millionenstadt, Wachstumsmetropole und Wirtschaftsstandort. Wir brauchen Politiker mit Köpfchen. Politiker, die sich der Realität stellen. Und dazu zählt nun mal der Individualverkehr. Verkehr kann man nicht verbieten, liebe Grüne. Nur weil es einem nicht passt, dass es Menschen gibt, die Auto fahren – müssen. Auch in der Südstadt. Verkehrspolitik taugt nicht als Erziehungs-Instrument. Wer das nicht begreift, riskiert, dass sich die Wähler schwarz ärgern oder zornesrot werden. Und das dürfte auch dem überzeugtesten Ökologen nicht gefallen. Schließlich soll Köln doch grüner werden ... Ich selbst fahre in der Stadt übrigens ganz, ganz grün. Twizy. Schnell, klein, elektrisch. Macht riesig Freude! Könnte auch ein Plan sein. Abgasfrei und Spaß dabei! Das ist zu diesem Thema …

... mein letztes Wort.

 
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Köln soll grüner werden.

 

Bildnachweis:
jock+scott / photocase.de

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