Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe der Kollege Wilfried Pastors, Sonderkorrespondent für NRW der Bild-Zeitung

Dezember 2013 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort ... hat in dieser Ausgabe der Kollege Wilfried Pastors, Sonderkorrespondent für NRW der Bild-Zeitung

Dezember 2013 / Das letzte Wort 

Die Liebeserklärung hängt weithin sichtbar über der Nord-Süd-Ffahrt in der City: „MEINE STADT“. Mehr Buchstaben brauchte der Künstler nicht, um allen Kölnern aus dem Herzen zu sprechen. Für Jürgen Roters (64/SPD) trägt die Botschaft noch eine persönliche Bedeutung. Er ist erster Bürger dieser Stadt, sie soll noch bis 2015 SEINE bleiben. So lange läuft das von den Kölner Bürgern verliehene Mandat. Bis zum letzten Moment hatte der OB gewartet, ehe er am Freitag vor dem ersten Adventswochenende das Türchen in seinem Herzen aufmachte. Damit bei den Parteigenossen jedoch eher Frust und Zorn als Vorfreude auf bevorstehende Festtage auslöste.

Die SPD-Verantwortlichen hätten lieber Kommunal- und OB-Wahl 2014 zusammen durchgezogen. Offiziell aus nachvollziehbaren Motiven: Ein weiterer Wahlgang kostet rund eine Million Euro. Wäre 2014 gleichzeitig über Rat und den neuen OB abgestimmt worden, hätte dies wohl mehr Bürger an die Urne gelockt. Bei den vielen internen Diskussion, an denen häufig Roters beteiligt war, stach jedoch ein Argument: CDU und Grüne sind in Köln nicht auf eine vorgezogene OB-Wahl vorbereitet. Es fehlt beiden Parteien ein(e) Kandidat(in) mit Perspektive. Im Gegensatz zur SPD. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (61/SPD), früherer Stadtkämmerer und Herzens-Kölner, wäre bereit gewesen – hätten die kölschen Genossen gefragt. Das mag auf den ersten Blick überraschen. Aber erstens ist die Besoldung fast identisch, zweitens bietet der OB-Job in der größten Stadt von NRW reichlich Bühne zur  Selbstdarstellung.

Wahrscheinlich liegt hier auch das zentrale Motiv für Roters. Er will zu Ende bringen, was er begonnen hat, Neues anstoßen. Betrachtet man die bisherige Amtszeit, gehört Letzteres sicher nicht zu den Stärken des früheren Marathonläufers. Roters ist kein (An-)Treiber, sein eher bedächtiges Regieren hat Köln in den aufgeregten Zeiten nach dem Einsturz des Stadtarchivs beruhigt. Jetzt muss er aufpassen, dass die Verwaltung nicht einschläft. Das Stichwort „lame duck“ zieht bereits Kreise. Was bedeutet das alles für Köln? Der OB hat die Unterstützung der Ratsmehrheit verloren – woher kommen künftig die Impulse für Wirtschaft und gedeihliches Wachstum? Wer stößt an, wer setzt um oder bremst? Es geht nicht um die Zukunft von Jürgen Roters oder die …

... mein letztes Wort.

 
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Wer stößt an, wer setzt um oder bremst?

 

Bildnachweis:
jock+scott / photocase.de

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