Das letzte Wort hat in dieser Ausgabe Wolfgang Bosbach, Rechtsanwalt, Ex-MdB und Top Magazin Köln- Beiratsmitglied.

Dezember 2017 / Das letzte Wort
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Das letzte Wort hat in dieser Ausgabe Wolfgang Bosbach, Rechtsanwalt, Ex-MdB und Top Magazin Köln- Beiratsmitglied.

Dezember 2017 / Das letzte Wort 

 

Nur eine Meldung von vielen: „Bei einem Streit am Samstagabend nach dem Pokalspiel im Siegener Leimbachstadion (gegen Eintracht Frankfurt) ist ein 42-jähriger Frankfurter Fußballfan lebensgefährlich am Kopf verletzt worden. Der noch unbekannte Tatverdächtige versetzte seinem Kontrahenten einen Faustschlag gegen den Kopf, der 42jährige Frankfurt-Fan stürzte zu Boden. Die Kopfverletzungen, die er sich zuzog, sind lebensgefährlich …“ Und dann noch eine: „Skandal in der Bezirksliga (Berlin) Staffel 3: Bei einem Fußballspiel zwischen Tur Abdin und dem Rixdorfer SV kam es kurz vor Schluss zu einer Massenschlägerei zwischen den Teams …“ Und noch eine: „Essen: Keine Schiedsrichter nach Fußball-Gewalt …“ Bei dem Spiel von Vatispor Essen wurde der Schiedsrichter nach einer Elfmeterentscheidung gegen Ende geschlagen, Gegner warfen sich dazwischen, danach kam es zu wilden Schlägereien. Es gab 14 Anzeigen wegen Körperverletzung.“ Und noch eine? Nein Danke! Das reicht völlig! Nicht nur mir, vielen anderen auch. Egal ob Profi- oder Amateurfußball: Diese wenigen (und relativ aktuellen) Meldungen zeigen, dass der Fußball ein Problem hat. Interessant allerdings auch: Vom Handballoder Eishockeysport hört und liest man ähnliches nicht. Gott sei Dank. Nun mögen „Experten“ einwenden, dass es Gewalt rund um Fußballspiele schon immer gegeben hat (was leider stimmt) und dass Fußball halt für Leidenschaft und Emotionen steht – Handball und Eishockey etwa nicht? Gerade die Funktionäre des Fußballs betonen doch immer und immer wieder, dass dieser Sport für mehr als nur ein 1:0 steht – für Teamgeist, Fairness und auch für Respekt vor dem sportlichen Gegner. Ja wenn das so ist, dann passen Fußball und Gewalt erst recht nicht zusammen. Ganz gleich ob 1. Bundesliga oder Kreisliga C. Und wenn gerade diejenigen, die sich gerne als Behüter der wahren Fußballtradition gerieren, zu Quarzhandschuhen und Mundschutz greifen, wird es nicht nur gefährlich, auch paradox. Für den Fußball sollte immer und überall gelten: Begeisterung und Leidenschaft – ja! Hass und Gewalt – nein! Das ist zu diesem Thema …

 

… mein letztes Wort.

Ihr

Wolfgang Bosbach

 

 
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